Wenn Träume wahr werden

Für die Verbandsliga Männer des Lemwerder TV ist der Traum vom Aufstieg in die 3. Liga doch noch wahr geworden. „Es war das erwartete intensive Spiel in dieser Relegationsrunde gegen den 7. der Regionalliga aus Lüneburg; doch meine Männer haben die Nerven behalten u. auf einem Toppniveau gespielt“, erklärte Trainer U. Kienast nach dem Schlusspfiff.

Die Ausgangslage vor diesem Spieltag war klar, die Lemwerderaner mussten ihre Spiele gewinnen, um den direkten Aufstieg in die 3.höchste Klasse zu ihren Gunsten zu entscheiden. Am späten Samstagnachmittag, auf dem Weg nach Osterode im Harz, erreichte den LTV eine Hiobsbotschaft. Der ausrichtende Teilnehmer aus der Verbandsliga Süd, der TV Schwiegershausen, musste sein Team aufgrund von Verletzungen und Krankheiten kurzfristig zurückziehen, so dass für die LTV`er am Sonntag nur noch ein alles entscheidendes Spiel gegen den TSV Bardowick auf dem Programm stand.

  1. Satz ( 2:1, 2.4, 5:5, 7:8, 11:8)
    Patrick Bartelt (Rückschlag) Daniel Bartelt (Angabe), Matti Kienast (Steller) Patrick Suhren u. Florian Martin (Abwehr)

Da sich beide Teams im ersten Satz nahezu egalisierten, entwickelte sich zunächst eine abtastende Begegnung, in der die beiden Defensivabteilungen mit großer Konsequenz zu Werke gingen. Bardowick zog auf 4: 2 davon, wurde beim 5: 5 aber von den  LTV`ern gestellt. Es folgten zahlreiche Ballwechsel bis zum 7: 8. Danach festigte sich die LTV Abwehrreihe.

Die Angriffsbälle der Bardowicker wurden von Florian M. und Patrick S. perfekt entschärft und dank der präzisen Vorlagen von Matti, konnten Patrick und Daniel Bartelt gekonnt und sehr variabel punkten. Nach 4 Gutpunkten in Folge war der erste Satz mit 11:8  für den LTV eingetütet.

  1. Satz (3:1, 6:4, 6:6, 9:6 / Time Out Bardow. / 11:7)
    Kein Spielerwechsel

Auch in diesem Satz galt für die LTV - Faustballer die oberste Devise einer gemeinsamen Abwehrarbeit durch alle Spieler. Kurze und halblang geschlagene Bälle der Gegner galt es gemeinsam zu entschärfen. Die variable Defensivarbeit des LTV Teams war heute der Schlüssel des Erfolgs freute sich der Coach über die aufmerksame und disziplinierte Deckungsarbeit seiner Spieler.

Der Underdog aus Lemwerder führte im 2. Satz über 3:1 bis zum 6:4. Durch zwei relativ unnötige eigene Angriffsfehler kamen die Bardowicker wieder auf 6:6 heran. Weiterhin mutig und mit perfekten Dropschlägen (Preller) punkteten unsere Angreifer anschließend u. zogen auf 9:6 davon.

Die folgende Bardowicker Angabe entschärfte Florian M. gekonnt und Matti legte für Patrick B. perfekt vor. Beim Versuch des Bardowicker Angriffsspielers den Angriff des  LTV Schlagmannes Patrick B. am Netz zu blocken, landete dieser nach seiner Aktion unglücklich auf dem Fuß von Patrick B. und knickte um. Da das Fußgelenk des Bardowickers sofort anschwoll (Verdacht auf Bänderriss) wurde die Partie unterbrochen und gemeinsam Erste Hilfe geleistet. Es folgte eine mehrminütige Unterbrechung; für den Schlagmann aus Bardowick war die Partie allerdings beendet.

Mit neuem Schlagmann setzte Bardowick die Partie fort, doch die LTV`er ließen sich diesen Satz nicht mehr nehmen und brachten diesen mit 11: 7 ins Ziel.

  1. Satz: ( 3:3, 6:6, 8:6 / Time Out Bardow. / 10: 6, 11:7)
    Kein Spielerwechsel

Auch in diesem Satz zahlte sich der Plan der gemeinsamen Defensivarbeit aus. Jeder kämpfte für den anderen, alle waren heiß auf den Ball. Hinzu kamen die abwechselnden Angriffe, mal mit dem harten Linksschläger Patrick, mal mit dem abgezockten Rechtshänder Daniel u. mal mit dem druckvoll schlagenden Mittelangreifer Matti. Auf diese Variabilität konnten sich die guten Bardowicker Abwehrspieler überhaupt nicht einstellen. Die LTV`er wurden von Punkt zu Punkt selbstsicherer und ließen sich auch im dritten Satz nicht das Heft aus der Hand nehmen. Nach dem 8:6 für die LTV`er, nahm Bardowick eine Auszeit.         Das war eine ganz wichtige Phase für uns, nicht aus dem Tritt zu kommen. Die jungen LTV - Faustballer, die den Aufstieg in die dritthöchste Liga schon vor Augen hatten, ließen sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und zogen in der emotionalen Schlussphase eindrucksvoll auf 10:6 davon. Den Schlusspunkt dieser Partie zum vielumjubelten Sieg lieferten die Bardowicker mit einem Leinenfehler selbst.

„Die letzten Minuten nach dem Time Out waren schon Nervenkitzel pur; man steht so kurz vor einem vorher nicht zu erwartenden Aufstieg und dann macht dein Team Punkt für Punkt, Wahnsinn “ beschrieb der Coach den Schluss.

„Ich bin mega stolz auf mein komplettes Team – die Jungs haben heute wirklich stark und geschlossen aufgetrumpft. Das gilt auch für die 3 Auswechselspieler: Julian Aust, Lasse Kienast und Sebastian Drees - die qualitativ keineswegs schlechter sind als die anderen Spieler, aber eben heute nicht zum Einsatz kamen –. Die Jungs haben ihre Mitspieler in jeder Phase des Spiels lautstark angefeuert, das war echter Teamspirit.“

Apropos anfeuern, ein besonderer Dank geht auch an unsere treue Fangemeinde, die den Weg nach Osterode nicht scheute u. für eine tolle Stimmung auf der Tribüne sorgte.

„Diesen vielleicht von einigen Spielern erhofften, aber für uns letztlich doch unerwarteten Aufstieg, müssen wir jetzt erst einmal sacken lassen.“ smile